Streetart-Rundgang
Samstag, 4. Juli 2026, 11 Uhr
Treff: KunstBüdchen
Finissage
Freitag, 7. August 2026, 18 Uhr
Der Beginn der Ausstellung LAUT im Kunstbüdchen markiert gleichzeitig den Start der Lintorfer Bildersuche, ein partizipatorisches Street-Art-Format des Künstlers seiLeise. Er verwandelt den Ratinger Ortsteil in einen begehbaren Ausstellungsraum mit rund 50 Arbeiten. Eine speziell entwickelte Karte dient als Einstieg und führt die Teilnehmenden entlang einer vorgeschlagenen Route durch den Ort. Statt exakter Standorte gibt sie Hinweise und Orientierung, so dass die Suche nach den Werken selbst Teil des Erlebnisses wird und Lintorf auf ganz besondere Weise neu entdeckt werden kann. Den QR-Code für die Bildersuche findet Ihr/Sie auf der angehängten Einladungskarte.
Wer sich über die neue seiLeise.app anmeldet, kann an einem Wettbewerb teilnehmen. (siehe weiter unten)
Tim Ossege (*1984), bekannt unter seinem Künstlernamen seiLeise, lebt und arbeitet in Köln. Seit 2010 entwickelt er ein eigenständiges künstlerisches Werk an der Schnittstelle von Street Art, Urban Art und zeitgenössischer Konzeptkunst.
Ausgehend von den kulturellen Wurzeln des Graffiti beschäftigt sich seiLeise mit der Frage, wie Kunst den öffentlichen Raum verändern kann. Seine Arbeiten entstehen bewusst außerhalb institutioneller Räume und treten unmittelbar mit Architektur, Stadtraum und den Menschen in Beziehung. Der öffentliche Raum ist dabei nicht lediglich Ausstellungsort, sondern integraler Bestandteil seiner künstlerischen Praxis.
Bekannt wurde seiLeise zunächst durch seine Reverse-Graffiti-Arbeiten, bei denen Motive nicht durch Farbe entstehen, sondern durch das gezielte Entfernen von Schmutz. Diese subtraktive Arbeitsweise prägt bis heute sein Verständnis von künstlerischer Intervention. In den folgenden Jahren entwickelte er seine Bildsprache konsequent weiter und arbeitet heute vor allem mit mehrschichtigen Stencil-Arbeiten, Paste-ups sowie ortsspezifischen Installationen.
Seine Werke greifen gesellschaftliche, politische und ökologische Fragestellungen auf. Häufig begegnen diese Themen den Betrachterinnen und Betrachtern aus einer bewusst reduzierten, fast kindlichen Perspektive. Statt eindeutige Antworten zu liefern, eröffnet seiLeise Interpretationsräume und lädt dazu ein, eigene Standpunkte zu hinterfragen.
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Ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit ist die Vergänglichkeit. Wind, Wetter, Überklebungen und ständige Veränderungen des Stadtraums gehören zum Werkprozess. Diese bewusste Akzeptanz von Veränderung steht im Kontrast zum klassischen Kunstbegriff und macht die Dokumentation der Arbeiten zu einem wichtigen Bestandteil seines Schaffens.
Mit partizipativen Projekten wie der Bildersuche erweitert seiLeise den öffentlichen Raum um eine spielerische Ebene. Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, Kunst selbstständig zu entdecken und Städte mit einem geschärften Blick wahrzunehmen. Die Verbindung analoger Street Art mit digitalen Formaten wie der seiLeise.app führt diesen Ansatz konsequent weiter und verbindet urbane Entdeckung, Dokumentation und gemeinschaftliche Teilhabe.
Neben seiner unabhängigen Arbeit im öffentlichen Raum entstehen zunehmend Werke für Ausstellungen, Sammlungen und Galerien. Dabei versteht seiLeise beide Bereiche nicht als Gegensatz, sondern als sich ergänzende Bestandteile einer künstlerischen Praxis: Die freie Arbeit auf der Straße bildet den Ursprung seiner Ideen, während Ausstellungen und Editionen deren langfristige Bewahrung ermöglichen.
Für alle, die aktiv an der Bildersuche teilnehmen möchten, geht es hier zur interaktiven seiLeise.app. Bis zum 7. August können dort Punkte gesammelt werden. Die Preise werden zur Finissage am Büdchen bekanntgegeben.
www.seiLeise.app